Stefan aus dem Siepen – Das Seil

Manchmal braucht es nicht viel, um das Leben aus den Fugen geraten zu lassen. Für die Bewohner des namenlosen Dorfes in Stefan aus dem Siepens kurzem Büchlein DAS SEIL reicht ein Seil, dessen Ende eines Abends auf einer Wiese unweit der Häuser des Dorfes liegt und von dort in den Wald führt. Ein gutes, ein dickes, solides und ziemlich teures Seil, eines wie es keiner im Dorf besitzt, denkt Bernhard, der das Seil entdeckt und prüfend in die Hand nimmt. Ein simpler, ein solider und ziemlich guter Plot, denkt man, wenn man den Band aus dem Regal und in die Hand nimmt, eine klare Idee, wie sie nicht jedes Buch hat. Und so postiert man sich am vorderen Ende der Geschichte und folgt ihr sodann immer tiefer in das Dickicht der Erzählung, wie die – übrigens ausschließlich männlichen – Dorfbewohner unter Führung des redegewandten Lehrers Rauk (spielt Flöte!), die mit Pfeil und Bogen und jeder Menge Selbstbewusstsein wie die Ratten dem Seil in den Wald folgen, um der Sache mal ordentlich auf den Grund zu gehen. Nämlich! Zuhause bleiben, wer hätte es gedacht, ihre Frauen und sind in der Folge 24/7 damit beschäftigt, ängstlich auf die Bosse zu warten, Verletzte und Kinder zu pflegen und ratlos zu sein. Unterdes lustwandeln ihre Gatten immer tiefer in den Wald, finden Zweifler doof und die Seilnachlauf-Propaganda des Lehrers gut, hier und da etwas am Seilesrand und dann, ja dann, ist Schluss. Erzählseil gekappt. Seil ist Seil, denkt man. Kommt drauf an, was man draus macht.

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