Patricia Highsmith – Der talentierte Mr. Ripley

„Mir doch egal, was der kleine Wannabe-Komparatist in Dir will. Tom Ripley ist Matt Damon ist Jason Bourne. Aus, Ende, Popcorn. Sei lieber froh, dass ich für Ripley nicht Sigourney Weaver auspacke, Du Aushilfs-Geisteswissenschaftler“, spricht mein inneres Auge und drückt mir Matt Damon aufs selbige. So sehr, dass ich fürchte, gleich kommt die Potente um die Ecke geschauspielergedarstellert. Literarische Perle vor die cineastische Sau, fühle ich mich betrogen, als ich die Postadaptions @diogenesverlagAusgabe in den Händen halte, prangt doch schon auf deren Cover Matt Ripley. Glaube mich betrogen um einen Roman von Patricia Highsmith und meinen ganz persönlichen Tom Ripley, meinen ganz persönlichen Hass. Um meinen eigenen Dickie Greenleaf, jenseits von Laws Schönheit, denn soooo schön ist Highsmiths Dickie sicher nicht – spätestens mit Paddel in der Kauleiste. Betrogen um meine ganz persönliche Marge minus Paltrow minus #Insta zum Quadrat. Nicht, dass ich den Film doof finde – aber es ist halt ein Film. Anderes Medium, Pipapo, dies, das, Ananas. Ich hätte meine Ripley-Synapsen einfach lieber unbesetzt. Trotzdem lese ich DER TALENTIERTE MR. RIPLEY. Lese und lese und lese und dann, ganz langsam und so, dass ich es zunächst kaum bemerke, verschwinden die Leinwand-Dämons im Mahlstrom des Textes, werden zu einer Möglichkeit von vielen, verwachsen mit meinem Tom, meinem Dickie und meiner Marge, zu etwas vollkommen Neuen. Meinem persönlichen Hirngespinst. „Siehste!“, sag ich zu meinem inneren Auge, „Siehste! Das ist jetzt Literatur.“