Marlen Haushofer – Die Wand

Schullektüre? Den meisten kommt da direkt ein bisschen Kotze hoch. Werke wie Marlen Haushofers DIE WAND haben ihren Weg zwar nicht zufällig in den literarischen Katalog für gelangweilte Elftklässler gefunden, zugleich wohnt dieser Kanonisierung aber betrüblicher Weise eine ungerechte Stigmatisierung des Textes inne. Gebrandmarkt, mit Geschlechtsteilen oder der längst vergessenen #loveofmylife bekritzelt und verabscheut, fristet das verranzte Paperback fortan seine Dasein in verlassenen Kinderzimmern, Umzugskartons …

Theodor Fontane – Unterm Birnbaum

True crime outta Oderbruchdorf. Theodor Fontanes UNTERM BIRNBAUM ist eine #Kriminalgeschichte nach wahren Begebenheiten und noch bevor Sir Arthur Conan Doyle mit #SherlockHolmes dem Genre zu großer Popularität verhalf, widmete sich Fontane den Abgründen der menschlichen Seele. Um Dorfwirt Abel Hradscheck entspinnt sich eine Geschichte um einen Toten unterm Birnbaum hinter dem Gasthaus, ein Fuhrwerk in der Oder, um Täuschung, Lüge und Mord. Ein kommoder …

Jonathan Franzen – Die Korrekturen

Alfred Lambert vergisst sein Leben. Mit seiner Frau Enid lebt er im Mittleren Westen Amerikas und bevor er auch seine drei Kinder vergisst, die schon lange das Haus verlassen haben, versucht Enid sie ein letztes Mal für ein Weihnachtsfest im Elternaus zu versammeln. DIE #KORREKTUREN ist Jonathan Franzens dritter Roman und wurde nach seinem Erscheinen 2001 begeistert gefeiert. Der Roman erzählt die Geschichte einer Familie, …

Truman Capote – Kaltblütig

1959 richten zwei Kleinkriminelle die vierköpfige Familie Clutter in ihrem Farmhaus in Holcomb Texas kaltblütig hin. Ein Verbrechen, das bis heute Menschen auf der ganzen Welt beschäftigt. Aktuelle Erfolge von True Crime Formaten bei netflix & Co oder die anhaltende Popularität von Autoren wie Mark Benecke, Tsokos oder Schirach belegen die ungebrochene Faszination für wahre Verbrechen. Eines der ersten, modernen Werke und vielleicht so etwas …

David Monteagudo – Ende

Ein abgelegener Ort in den Bergen, eine Gruppe alter Freunde, die sich nach langer Zeit in der Abgeschiedenheit wiedertreffen. Einer, der nicht erscheint. Einer, dem offenbar übel mitgespielt wurde. So beginnen Horrorfilme. Was David Monteagudo in seinem Roman ENDE auf 350 Seiten entfaltet ist genau das: Horror. Jedoch einer, der ohne Blut, Gewalt und drastische Bilder auskommt. Ein buchstäblicher horror vacui, Angst vor der Leere. …

Herman Melville – Moby Dick

»Nennt mich Ismael.« #MobyDick ist ein Monster – das Buch selbst, sein Umfang, seine Komposition, seine Sprache, nicht minder seine Protagonisten. Moby Dick ist ein Kampf – Mensch gegen Natur, Mensch gegen Wal, Autor gegen Kritiker, Übersetzung gegen Übersetzung, Originaltext gegen Verfilmung, Text gegen Leser. Wie Kapitän Ahab braucht man als Leser Geduld, muss zäh sein, Flauten überstehen, Stürme bekämpfen, darf den Kurs nicht verlieren. …

Christian Kracht – Imperium

»Unter den langen weißen Wolken, unter der prächtigen Sonne, unter dem hellen Firmament, da war erst ein langgedehntes Tuten zu hören, dann rief die Schiffsglocke eindringlich zu Mittag, und ein malayischer Boy schritt sanftfüßig und leise das Oberdeck ab, um jene Passagiere zu wecken, die gleich nach dem üppigen Frühstück wieder eingeschlafen waren.« Christian Krachts Roman ist viel – für einige Anlass @mr.christiankracht dieser oder …

Robert Hobbs – Ghostman

Roger Hobbs Erstling GHOSTMAN ist ein großes Ding. Vor der Veröffentlichung 2013 knabberte Hobbs Tütensuppen, für die ersten 50 Seiten seines Buches verfielen ihm Verlage und Filmproduzenten gleichermaßen. Protagonist ist Jack, Profi-Gangster und Ghostman. Sein größtes Talent: niemand weiß von seiner Existenz. Er wird gerufen, wenn ein ganz großer Coup geplant ist – oder schiefläuft. GHOSTMAN erzählt kompromisslos, cool und brutal. Wer auf Caper-Stories, Heist-Thriller …