Gerard Donovan – Winter in Maine

Um Gottes willen! Nicht! Der! Hund! Es ist ein ungeschriebenes und weithin akzeptiertes Gesetz, zumindest im Film: dem Hund darf nix passieren! NIX! Die Ausrottung kompletter Familien mit Stumpf, Stil und Erbfolge; magenhebende Dislokationen lebenswichtiger Organe und Körperbestandteile allerorten; möglichst kreative und hyperrealistische Termination aller Protagonisten – das alles nimmt der moderne Zuschauer gelassen hin, ja, ist ihm meist nicht mehr als ein Achselzucken wert. Aber Obacht! Bei Fifi hört der Spaß allgemeinhin auf. Was kann der denn dafür? Es gibt Websites und Listen, die #Filme (und #Bücher) verzeichnen, in denen Kläffbüchsen das finale Beinchen heben – weniger aus archivarischen Gründen, denn mit dem Ziel, unerwarteten Traumatisierungen vorzubeugen. Warum das so ist, mag ein Innstetten’sches und somit weites Feld sein – allein, es ist so. Auf diesem simplen Reflex fußt nun auch der Plot von #Donovans WINTER IN MAINE. Hobbes, der #Hund des einsiedlerischen und sympathisch-verschrobenen Protagonisten Julius wird von Unbekannten mittels Schießgewehr über den großen Pippikackasee befördert und geht fürderhin mit Manitou Gassi. Für sein Herrchen Julius, der in der Einsamkeit all seine Bücher ohnehin bereits gelesen hat und – jüngst entweibt – emotional sehr an jenem Hunde hing, Anlass genug, einen mittelschweren Rachefeldzug starten. MIT RECHT!1!!! So mögen viele hier und dort (Facebook!) rufen. Doch Donovan schafft es in seiner wunderbar lakonischen und unaufgeregten Sprache, gleichsam als seien die Wörter der reinweiße Schnee, der sich lautlos und sanft über die Wälder Maines legt, dass man eben genau das nicht mehr denkt, schlägt man das Buch zum Ende der Lektüre ganz leise zu. Wau!

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