Alle Artikel in Amerikanische Literatur

Annie Proulx – Brokeback Mountain

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurich bin. Wenn ich Annie #Proulx lese, fühle ich mich immer so Proulx. Einsam und verlassen stehe ich da, raues Präriegras schlägt mir die Beine blutig; in der Ferne, über dem schnurgeraden Horizont, hinter den staubigen Böen, beginnt ein blauer Himmel, so endlos, so voller gewaltiger Wolken, durch die die Sonne ihre hellen Strahlen als …

David Grann – Die versunkene Stadt Z

Die versunkene Stadt Z, Kiwi-Verlag, David Grann

Was keines Menschen Auge je gesehen und keines Menschen Ohr je gehört. Percy Fawcett war der letzte große, viktorianische Entdecker. Und es waren nicht die Eiswüsten der Arktis und Antarktis, nicht die ruhmreiche Suche nach der Nordwest-Passage, nicht die Erschließung neuer Kolonien, denen er sich verschrieben hatte. Weit in den Urwäldern Südamerikas, unter den üppigen Wipfeln des Regenwaldes, im Dickicht des Dschungels, wo der Jaguar …

Jeff VanderMeer – Auslöschung

„Palim, Palim, ich hätte gerne eine Flasche Pommes Frites!“ Nonstop Nonsens – klingt nach einer Sendung von Didi Hallervorden. Ist es auch. Steht man phantastischer #Scifi Literatur und/oder psychoaktiven Substanzen im Allgemeinen eher skeptisch gegenüber, mag man es für den passenden Hashtag halten, um #AUSLÖSCHUNG von Jeff VanderMeer zu taggen. Der finstere, tief melancholische Auftakt der Scifi-Triologie des Autors ist wie #Lakritze oder der 18. …

Gerard Donovan – Winter in Maine

Um Gottes willen! Nicht! Der! Hund! Es ist ein ungeschriebenes und weithin akzeptiertes Gesetz, zumindest im Film: dem Hund darf nix passieren! NIX! Die Ausrottung kompletter Familien mit Stumpf, Stil und Erbfolge; magenhebende Dislokationen lebenswichtiger Organe und Körperbestandteile allerorten; möglichst kreative und hyperrealistische Termination aller Protagonisten – das alles nimmt der moderne Zuschauer gelassen hin, ja, ist ihm meist nicht mehr als ein Achselzucken wert. …

Jonathan Franzen – Die Korrekturen

Alfred Lambert vergisst sein Leben. Mit seiner Frau Enid lebt er im Mittleren Westen Amerikas und bevor er auch seine drei Kinder vergisst, die schon lange das Haus verlassen haben, versucht Enid sie ein letztes Mal für ein Weihnachtsfest im Elternaus zu versammeln. DIE #KORREKTUREN ist Jonathan Franzens dritter Roman und wurde nach seinem Erscheinen 2001 begeistert gefeiert. Der Roman erzählt die Geschichte einer Familie, …

Truman Capote – Kaltblütig

1959 richten zwei Kleinkriminelle die vierköpfige Familie Clutter in ihrem Farmhaus in Holcomb Texas kaltblütig hin. Ein Verbrechen, das bis heute Menschen auf der ganzen Welt beschäftigt. Aktuelle Erfolge von True Crime Formaten bei netflix & Co oder die anhaltende Popularität von Autoren wie Mark Benecke, Tsokos oder Schirach belegen die ungebrochene Faszination für wahre Verbrechen. Eines der ersten, modernen Werke und vielleicht so etwas …

Herman Melville – Moby Dick

»Nennt mich Ismael.« #MobyDick ist ein Monster – das Buch selbst, sein Umfang, seine Komposition, seine Sprache, nicht minder seine Protagonisten. Moby Dick ist ein Kampf – Mensch gegen Natur, Mensch gegen Wal, Autor gegen Kritiker, Übersetzung gegen Übersetzung, Originaltext gegen Verfilmung, Text gegen Leser. Wie Kapitän Ahab braucht man als Leser Geduld, muss zäh sein, Flauten überstehen, Stürme bekämpfen, darf den Kurs nicht verlieren. …

Robert Hobbs – Ghostman

Roger Hobbs Erstling GHOSTMAN ist ein großes Ding. Vor der Veröffentlichung 2013 knabberte Hobbs Tütensuppen, für die ersten 50 Seiten seines Buches verfielen ihm Verlage und Filmproduzenten gleichermaßen. Protagonist ist Jack, Profi-Gangster und Ghostman. Sein größtes Talent: niemand weiß von seiner Existenz. Er wird gerufen, wenn ein ganz großer Coup geplant ist – oder schiefläuft. GHOSTMAN erzählt kompromisslos, cool und brutal. Wer auf Caper-Stories, Heist-Thriller …