Bram Stoker – Dracula

Obacht, Männer! Jetzt geht’s um die Wurst. Es ist doch immer das gleiche! Da kommt es, das Monster aus dem Osten, kurz vor Türkenland, gotteslästerlich vor Gottes Angesicht in Ungnade gefallen, dem heidnischen Aberglauben entsprungen und zu ewiger Verdammnis bestimmt, schlägt es des nächtens – halb Mensch, halb Tier, furchtbar gutaussehend und sportlich – seine langen, spitzen Eckzähne in die schneeweißen Hälse Eurer, unserer Frauen. Infiziert sie mit einer okkulten Mischung aus Blutkrankheit, mesmerisierendem Brainfuck und kontrollverlustreicher Hysterie. Schleicht sinister und verschlagen bis in das kultivierte Herz Londons. Allein, seine verdammte Erde, die braucht er, der DRACULA. Aber dann assimiliert er sich in bester Mimikry, tarnt, versteckt und windet sich mit rotglühenden Augen nachts in unserer Frauen Betten. Zuerst Lucie – wollüstig, promiskuitiv und selbstbestimmt will sie sein. Zur Strafe geht es stante pede in die Gruft, auf ewig Neugeborene ausschlürfen. Dann Mina! Schwach wie sie ist, wie sie alle sind, vereint sie sich mit dem finsteren Prinzen und sollte doch nur den Glanz ihres Jonathans in Steno archivieren. Die Rettung, wenn überhaupt, kann nur unser eigen männlich Blut sein, unsere anatomische Stärke und Unversehrtheit, gepaart mit Wissenschaft, Rechtschaffenheit und der richtigen Portion Katholizismus. Ein Professor, ein Arzt, ein Jurist, ein Cowboy. Die Rettung naht zu Pferde. Hier eine Hostie auf der Stirn, dort Weihwasser und Tageslicht in die Fratze des Monsters, ein Pfahl mitten durchs schwarze Herz, so jagen sie es mit aller Technik und dem geballten Fortschritt unserer Zeit zurück dahin, wo es hergekommen ist. In seine Ruinen tief im Osten, wo wir es endgültig besiegen und für immer vergraben. Glück gehabt. Puh! Klingt nach #Bild von #Springer? Ist aber #Dracula von #Stoker. Wer lesen kann ist klar im Vorteil. History repeats itself. Gibt ja irgendwie nix, was es nicht schon gab. Und den Vampir gibt’s hier jetzt öfter. Den mag ich nämlich, weil er alles sein kann und nichts ist. Über Jahrhunderte und Medien hinweg. (Wer den Osterhasen findet, darf ihn behalten)

@hanserliteratur

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