Monate: Mai 2019

Noah Gordon – Der Medicus

Wenn dein Friseur vor dem Haareschneiden erst noch ‘ne Runde Pferdeäpfel jongliert und nach dem Schnitt statt ein warmes Handtuch auf dein Gesicht, den verfaulten Backzahn mit einer schmiedeeisernen Zange aus deinem Gesicht knötert, dann biste entweder Kassenpatient oder im Mittelalter gelandet. Bader heißt das Berufsbild, für das sich der Waise Rob Cole im 11. Jahrhundert entscheidet, nachdem seine komplette Familie just den grob geschnitzten …

Günter Grass – Die Blechtrommel

Pickel, Pubes, Peinlichkeiten – das letzte Mal habe ich DIE BLECHTROMMEL vor 26 Jahren gelesen und was mein porenverstopftes Ich mit 14 für den Gipfel literarischer Schaffenskunst hielt, erweist sich itzo eher als ejaculatio praecox; windet sich wie ein glitschiger Aal aus einem ollen Pferdekopf, wenn ein semibegabter Brandstifter irgendwo in der Walachei Oskarchens ostpreussischer Oma mittemang und ungefragt unterröckens krabbelt und hernach nonchalant den …

Sir Arthur Conan Doyle – Der Hund der Baskervilles

Also zuerst mal: wir sind alle megasafe. In Deutschland gibt’s ja zum Glück superschlaue Listen, auf denen Listenhunde stehen und wenn der HUND DER BASKERVILLES da nicht draufsteht, dann weiß ich ja auch nicht. Aber vor 120 Jahren war in #Dartmoor noch nicht viel mit Leinenzwang, Maulkorb, Kacketüten und Tollwutmarke. Extrafeines Hundefutter mit Soße, Froschkaviar, Erbschen und Möhrchen war auch nicht erfunden und deshalb gab‘s …

Jacques Mesrine – Der Todestrieb • L’Instinct de mort

Bei dem Vorstrafenregister kippt die Hälfte deutscher Gangster-Rapper beim Facebook-Posten vor Schreck ihr Glas zollfreien #Hennessyaufs goldene Gucci-MacBook, denn während heute einmal Schwarzfahren und direkt erwischt werden offenbar reicht, um muffige, EU-subventionierte Wellblech-Hallen in deutschen Industriegebieten mit der kompletten U15-Population brennpunktloser Mittelzentren zu 70 Euro each zu füllen, hat sich Jacques #Mesrine seine Popularität immerhin mit echtem Blut erkauft. Kluger und verwerflicher Weise zugleich naturellement …

Jules Verne – 20.000 Meilen unter dem Meer

Alle zweiundeinhalb Seemeilen eine Plastiktüte in der Schiffschraube, kein Fisch vor den Gucklöchern und wenn, dann mit dem Bauch nach oben, Seekühe ausgestorben, alles voller abgesoffener Atom-U-Boote, ständig Mikroplastik im zinnenen Zahnputzbecher und aufgetaucht wird abwechselnd in Müllkontinenten oder Ölteppichen. Hat sich Jules #Verne wahrscheinlich auch alles anders vorgestellt, das mit dem Outlaw-Leben unter Wasser in der Zukunft. Sieg der Technik über die Natur klang …