Monate: Januar 2019

Martin Suter – Die dunkle Seite des Mondes

Zwischen Fusionsverhandlung und Milz passt immer noch ein #Pilz“, denkt sich der erfolgreiche und zuweilen recht skrupellose Wirtschaftsanwalt Urs Blank und wirft zuerst seine Beziehung über den Haufen, dann ein paar halluzinogene Pilze ein, hernach alle Moral und Konventionen über Bord und schließlich sein komplettes Leben in die Büsche. Das liest sich zunächst mal überaus schön, flüssig und schlüssig. Und noch während man ob dieser …

Jeff VanderMeer – Auslöschung

„Palim, Palim, ich hätte gerne eine Flasche Pommes Frites!“ Nonstop Nonsens – klingt nach einer Sendung von Didi Hallervorden. Ist es auch. Steht man phantastischer #Scifi Literatur und/oder psychoaktiven Substanzen im Allgemeinen eher skeptisch gegenüber, mag man es für den passenden Hashtag halten, um #AUSLÖSCHUNG von Jeff VanderMeer zu taggen. Der finstere, tief melancholische Auftakt der Scifi-Triologie des Autors ist wie #Lakritze oder der 18. …

Joseph Conrad – Herz der Finsternis

Ich liebe den Geruch von Novellen am Morgen! „Die Stromstrecken taten sich vor uns auf und schlossen sich hinter uns, als wäre der Urwald lautlos ins Wasser getreten, um uns den Weg zu versperren. Tiefer und tiefer drangen wir in das Herz der Finsternis ein.“ Für Jorge Luis #Borges ist Joseph Conrads HERZ DER FINSTERNIS nicht weniger als »[d]ie vielleicht eindringlichste Erzählung, die die menschliche …

Gerard Donovan – Winter in Maine

Um Gottes willen! Nicht! Der! Hund! Es ist ein ungeschriebenes und weithin akzeptiertes Gesetz, zumindest im Film: dem Hund darf nix passieren! NIX! Die Ausrottung kompletter Familien mit Stumpf, Stil und Erbfolge; magenhebende Dislokationen lebenswichtiger Organe und Körperbestandteile allerorten; möglichst kreative und hyperrealistische Termination aller Protagonisten – das alles nimmt der moderne Zuschauer gelassen hin, ja, ist ihm meist nicht mehr als ein Achselzucken wert. …

Umberto Eco – Der Name der Rose

Jeder hat dieses eine Buch, das ist, wie ein warmes Bett, in das man nach frühem Aufstehen zurückdarf; wie ein frischer Kaffee in Mamas Küche, wie der Geruch in Omas Wohnzimmer. Das ultimative Gefühl von Geborgenheit. Egal, wann man es hervorholt, egal, auf welcher Seite man es aufschlägt: man ist sofort da, sofort drin. Weiß, was drei Seiten vorher passiert ist und was nach dem …

Marlen Haushofer – Die Wand

Schullektüre? Den meisten kommt da direkt ein bisschen Kotze hoch. Werke wie Marlen Haushofers DIE WAND haben ihren Weg zwar nicht zufällig in den literarischen Katalog für gelangweilte Elftklässler gefunden, zugleich wohnt dieser Kanonisierung aber betrüblicher Weise eine ungerechte Stigmatisierung des Textes inne. Gebrandmarkt, mit Geschlechtsteilen oder der längst vergessenen #loveofmylife bekritzelt und verabscheut, fristet das verranzte Paperback fortan seine Dasein in verlassenen Kinderzimmern, Umzugskartons …